Perlenhäuser nach Montessori

Perlenhäuser nach Montessori

Perlenhäuser sind leider sehr teuer, wenn man sie als fertiges Material kauft. Deshalb habe ich mich entschlossen, diese selbst anzufertigen.

Zuerst habe ich überlegt, wie sie aussehen sollen und wie groß sie sein sollen. Die Farben sind ohnehin durch das Montessori Konzept vorgegeben. Ich habe mich dabei einfach „frei Aug“ an den Farben der Perlen orientiert. Für mich als Grafikerin ist das ja eine leichte Übung… Am Computer habe ich eine erste Version gezeichnet – und nach dem Test-Ausdruck eines Hauses die Höhe der Felder noch etwas verkleinert und einzelne Farben angepasst.

Die einfachste Variante wäre gewesen, die Häuser einfach auszudrucken und zu folieren. So hätten das wahrscheinlich die meisten gemacht. Aber ich vermute, da rollen – vor allem die 1er Perlen – ständig davon. Also mich würde das nerven. Und meinen Erstklässler vermutlich auch…

Die nächstbeste Variante wäre, die Perlenhäuser davor noch auf einen dicken Karton zu kleben, damit sie stabil, aber ohne Plastik sind. Das Problem mit dem Wegrollen bleibt allerdings…

Ich als Perfektionist habe mich also für die nächstbessere Variante entschieden… 🙂
Damit die Perlen beim Auflegen nicht wegrollen, habe ich selbstklebende Filzplatten ausgeschnitten und aufgeklebt. So entstehen Mulden, in die man die Perlen legen kann. Es folgten also ein paar Test-Zuschnitte von Filzplatten und Moosgummi. Einmal Variante „Mulde“ und einmal Variante „nur Linien“. Ich habe mich dann für die Filzplatten und die Muldenvariante entschieden – ist eleganter. Und klappt wunderbar.

Damit ich beim Ausschneiden der Filzplatten effizient bin, habe ich mir eine Schablone aus Papier angefertigt, mit dem Raster des 10er Hauses. Also exakt die Form der goldenen Filzplatte, mit Linien in der Mitte zwischen den Stegen. Die Schablone habe ich dann jeweils auf die Filzplatte gelegt – bei der 10er Platte genau ins Eck, bei der 9er Platte um „eine Zeile“ nach unten verschoben und so weiter. So hatte ich eine perfekte Schneid-Vorlage für alle zehn Häuser.

Beim Zuschneiden der ersten Filzplatte habe ich zuerst anhand der Schablone die Linien auf die Rückseite der Platte durchgezeichnet und dann erst geschnitten; ab der zweiten habe ich dann sofort geschnitten. Es braucht ein bisschen Fingerfertigkeit, damit die Vorlage nicht verrutscht, aber so spart man sich einen Arbeitsgang.

Die ausgedruckten Häuser habe ich auf dem großen Karton platziert – möglichst an der Kante, damit ich nicht so viel schneiden muss – und teilweise um 180° gedreht, damit alles platzsparend auf nur einen Bogen passt. Als ich alle Positionen fixiert hatte, habe ich die Häuser der Reihe nach aufgeklebt.

Danach habe ich die einzelnen Filzplatten auf das jeweilige Haus geklebt. Ich habe als Erstes die Seite fixiert, und dann die Klebefolie in zwei Schritten abgezogen, damit ich die Platte sauber platzieren konnte. Je größer das Haus ist, desto schwieriger. Der Filz ist etwas flexibel beim Aufkleben, aber wenn man leicht zieht, hat das soweit gut geklappt und ich konnte ihn einigermaßen exakt fixieren. Bis auf das dunkelblaue Haus sind alle ziemlich gerade geworden. Aber das sieht wohl auch wieder nur mein Perfektionisten-Auge…

Als letztes habe ich dann die fertig montierten Häuser aus dem dicken Karton ausgeschnitten. Und in den Deckel eines Schuhkartons gepackt, zur Aufbewahrung.

Es war viel Arbeit, aber dafür bin ich mit dem Ergebnis auch zufrieden.

Aus haptischen Gründen habe ich mich übrigens bewusst entschieden, die Häuser nicht zu laminieren bzw. mit Folie zu bekleben. Papier fühlt sich einfach besser an als Plastik. Ich hoffe, sie bleiben trotzdem lange schön und brauchbar.

Besondere Freude hatte ich, dass die bereits vor einigen Jahren gekauften Holzzahlen perfekt in den Kreis passen. Für die 10 habe ich übrigens eine 1 und eine 0 von unten mit Klebestreifen fixiert. Bin gespannt, ob das in der Praxis dann hält – und nicht verfusselt an den offenen Klebestreifen-Stellen.

Apropos Perfektionist: Mir wäre übrigens eine noch bessere Variante eingefallen: Häuser mit Laubsäge aus Sperrholz aussägen, in der korrekten Farbe bemalen, die Kreise ausplotten und Aufkleben, lackieren, und dann die Perlenmulden aus Filz aufkleben. – Ich habe kurz überlegt, das gleich als erstes „Schulprojekt“ mit meinen zwei Jungs zu starten – aber das war mir dann doch zu viel Aufwand. 🙂

Verwendetes Material:

  • 1 dicker Bristol-Karton 50 x 65 cm (615 g)
  • A4 Klebeetiketten zum Bedrucken (10 Blatt)
  • selbstklebende Filzplatten mit 150g in den 10 Montessori-Farben
    (Achtung: für das größte Haus benötigt man 2 Bögen – ich habe deshalb 2 Packungen gekauft, damit ich ausreichend Platten habe!)
  • Schneidmatte, langes Lineal, Cutter
  • und vieeel Zeit 😉 – genau genommen habe ich 7 Stunden investiert

Hast du auch Montessori-Material selbst angefertigt? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar – und ggf. Link zu deinem Werk!

Nachtrag: Ganz tolle ZAHLENHÄUSER (zum Ausdrucken und Folieren 😉 oder zum Zusammenkleben als Zahlenhausheft) habe ich hier gefunden: https://dasverfuchsteklassenzimmer.blogspot.com/2014/09/zahlenhaus.html

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