Glockenrock und Carmenshirt

Glockenrock und Carmenshirt

Nun mal eine komplette Kombi genäht – Glockenrock und Carmenshirt.

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Im Sommer 2017 habe ich in Innsbruck das Nähcafé Nadelöhr für mich entdeckt. Zuhause habe ich ja meine gut ausgestattete Nähecke, aber wenn ich übers Wochenende bei meinem Freund bin, sind mir nähtechnisch die Hände gebunden. Gut, dass es in Innsbruck das Nähcafé gibt! Das hat immer am Samstag Nachmittag geöffnet, es ist alles da – Nähmaschinen, Overlocks, seit neuestem auch ein Coverlock(!), Industrienähmaschine, Ledernähmaschine, Stoffe, Faden, sämtliches Nähzubehör, zwei große Zuschneidetische, nette nähbegeisterte Leute aus verschiedensten Ländern (auch Männer!!!) und immer eine angenehme, offene Atmosphäre.

Natürlich gibt es dort auch Bücher mit Tipps und Tricks zum Nähen und zahlreiche Schnitte. Und beim Schmökern habe ich dort das Buch „Rock-Festival“ entdeckt. Alles Röcke, frech präsentiert auf je einem Foto. Sofort habe ich mich in den Glockenrock verliebt. Leider ist das Buch vergriffen, aber ich habe ja Schnitt und Anleitung aus dem Nähcafé.

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Bei Grinsestern habe ich dann den passenden Stoff gefunden, in den ich mich ebenfalls spontan verliebt habe. Weiters habe ich mir noch in verschiedenen Shops passendes Zubehör wie Reissverschluss, Paspel, Knopf, Borte, Spitze und Vliesline gekauft.

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Laut Maßtabelle im Buch ist die Hüftbreite ausschlaggebend, welche Größe man näht. Und da es sich in diesem Fall um keinen dehnbaren Jersey, sondern um festen Baumwollstoff handelt, habe ich mich ganz brav an die Vorgaben gehalten und eine 40 genäht.

Im Nähcafé war ich beim Zuschnitt allerdings vor lauter Quatschen abgelenkt und habe  Schnittmuster und Anleitung nicht genau studiert… Man kann den Rock nämlich mit Beleg oder mit Bund nähen. Und je nach gewählter Variante muss man natürlich unterschiedliche Teile zuschneiden. Ich wollte unbedingt die Bund-Variante, weil ich ja meine tolle ockerfarbene Paspel einarbeiten wollte. Nur: ich habe da was vermischt – und den Stoff für die Belegvariante zugeschnitten und bin erst am Ende draufgekommen. Mist! Da der Stoff ein US Designerstoff mit nur 1,10 m Breite ist, musste ich beim Zuschnitt ordentlich rumschieben, damit alle Teile Platz hatten – bis auf den letzten Fiesel habe ich den Stoff verbraucht. Und dann bin ich draufgekommen, dass ich falsch zugeschnitten habe! Ich habe überlegt, wie ich die Sache retten kann – nochmal einen halben Meter vom (sehr teuren) Stoff kaufen und den Bund neu zuschneiden?

Ich habe mich dann entschieden, mit dem vorhandenen Zuschnitt zu arbeiten – und den Knopf nicht direkt wie vorgesehen in den Bund einzuarbeiten, sondern eine Schlaufe aus den verbliebenen Stoff-Fieseln zu nähen. Was dann auch gut geklappt hat und gewollt aussieht – gut! Das nächste Mal aber dann korrekt nach Plan!

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Für den unteren Rand habe ich leider keine farblich passende Spitze bekommen. Weiß war mir zu hart, und schwarz ebenso. Also habe ich eine weiße Borte gekauft – und sie mit Kukurma eingefärbt. Hat super geklappt! Farbe passt perfekt, könnte gekauft nicht besser sein!

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Bei meiner Größe von nur 1,65 m passt der Standardschnitt allerdings nicht perfekt zu den Proportionen. Merke: das nächste Mal den Bund 5 cm schmaler (= Größe 38?), damit er ca. 5 cm höher in der Taille statt auf der Hüfte sitzt. So wird die Länge auch etwas kürzer – sollte gefühlt in etwa auf Kniehöhe aufhören. Ggf. könnte ich unten dann auch noch etwas in der Länge wegnehmen – da er so weit ausgestellt ist, passt das sicher gut.

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Das Carmenshirt ist das erste Schnittmuster, das ich aus dem Buch „Näh dir dein Kleid“ von Rosa P. genäht habe. Allerdings in zweiter Version – die erste war aus einem Uni-Jersey in petrol, passend zur genähten Sweatshort aus Jacquard.

Der Schnitt ist sehr fein zu nähen – auch wenn ich peinlich genau die Anleitung gelesen habe, damit ich nichts falsch mache. Und viel gebügelt habe. Das macht das Ergebnis einfach sauberer – und es arbeitet sich besser. Hat alles gut geklappt.

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Ich habe den Kleidschnitt einfach auf Shirtlänge gekürzt. Vor lauter Angst, dass das Shirt zu kurz werden könnte, ist es mir nun fast zu lange. Aber egal – mit dem Rock trage ich es innen – und da der Rock ausgestellt ist, trägt es auch nicht auf. Und alternativ kann ich es auch zu einer Leggings als Longshirt tragen. Unten hätte ich es etwas verschmälern sollen – merke ich mir für das nächste Mal!

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Weitere Änderungen für das nächste Shirt: Die Ärmel könnten 5 cm kürzer sein. Und die Unterbrustnaht sitzt bei mir mangels Oberweite etwas zu tief – da sollte ich (vorne vom Oberteil unten und hinten in der Mitte) 3 cm wegnehmen, damit diese höher rutscht.

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Den Stoff habe ich ganz mutig als Kombi zum Rockstoff gewählt. Er sollte gemustert und auffällig sein, aber Stil haben. Einzig mit dem naturweißen Chiffonband bin ich nicht ganz glücklich. Irgendwie hätte ich mir mehr Kontrast gewünscht, habe aber nichts passendes gefunden. Vielleicht braucht’s noch mehr Schnickschnack?

Wieder mal bin ich begeistert, wie toll sich Sweat verarbeiten lässt und wie gut der Stoff beim fertigen Shirt fällt. Viel besser als mein geliebter Jersey. Ich muss unbedingt ein Sweatkleid nach diesem Schnitt auf meine ToSew-Liste setzen…!

 

ROCK
Schnittmuster: Glockenrock aus dem Buch „Rock-Festival“ von Mme Zsazsa
Genähte Größe: 40
Stoff: Baumwollstoff  BOO Ophelia blue von Cotton & Steel, gekauft bei Grinsestern
Borten und Spitze: Grinsestern und Kapferer
Borte gefärbt nach der Anleitung von Mamahoch2
Benötigte Zeit: 5:30 Stunden

Anmerkung: Die Länge des Rocks ist gut, aber für meine kleine Statur ungewohnt lang. Werde beim nächsten Rock die Länge bis kurz übers Knie kürzen. Er ist ohnehin stark ausgestellt, da kann ich sicher unten ganz unkompliziert 15-20 cm wegnehmen. Vielleicht erledigt sich das, wenn ich vom Bund 5 cm wegnehme.

CARMENSHIRT
Schnittmuster: Carmenkleid aus dem Buch „Näh dir dein Kleid“ von Rosa P.
Genähte Größe: 38
Stoff: Sommersweat Clouds Kombi von Lillestoff, gekauft bei Grinsestern
Chiffonband: aus dem Bastelwurm in Kufstein
Perlen: aus meinem Archiv
Benötigte Zeit: 2:15 Stunden

Anmerkung: Nächstes Mal die Ärmel 5 cm kürzer, Länge nochmal kontrollieren vor der Saumverarbeitung und unten gerader schneiden.

Und diese Kombi präsentiere ich stolz bei RUMS!

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